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für einander, es läuft viel Täuſchung mit unter, und das der Seele zugeſchriebene Verlangen iſt meiſt nichts als ein rein materieller Wunſch, den der befangene Verſtand billigt. Die Ehe ſoll mehr ſein; wenn ſie nicht die höchſte Blüte der Freundſchaft iſt, iſt ſie nur eine Vereinbarung zum gemeinſamen Lebensge⸗ nuſſe und ein jedes zählt bei divergirender Anſicht als berechtigtes Einzelnes, jedes bringt dem andern jedes Opfer, wenn auch nur im Stillen, in Rechnung, jedes betrachtet das andere nur als ein Mittel zur Vervoll⸗ ſtändigung des eigenen Lebenskreiſes; was ſie gegen⸗ ſeitig austauſchen, iſt bequeme Höflichkeit, höchſtens ge⸗ fallſüchtige Schmeichelei, nicht aber das Herz. Nur ein gemeinſames Ziel der Thätigkeit kann wirklich gemein⸗ ſame Freude gewähren. Auf einen Zweck müſſen ſich alle Beſtrebungen concentriren. Die Heimat, die Fa⸗ milie, das iſt's allein, was zwei Menſchen feſt an einander kitten kann, was ihnen das Bewußtſein der Zuſammengehörigkeit gibt, ſonſt iſt es ein loſes Ne⸗ beneinandergehen, ein zufälliges Beiſammenbleiben in dem großen treibenden Strome, ein bedeutungsloſer Name für ein bedeutungsloſes Daſein, der löcherige Deckmantel für die Vergeudung der Thatkraft und Zeit, mit einem Worte: des Lebens. Wenn ich das wollte, wozu hätte ich mich vor ſechs Jahren losgeriſſen von
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