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„Ich weiß, Sie haben mir ſchon einmal gerathen, mein Leben mit dem eines geliebten andern Weſens zu verbinden. Aber ich möchte Sie wie damals fragen, und glauben Sie mir, es liegt in dieſer Frage weder Spott noch Zudringlichkeit, warum finden Sie ſelbſt in der Ehe keine Befriedigung?“
„Ich höre Theilnahme aus dieſer Frage, nichts Anderes“, verſicherte Mr. Lesley„und ich will ſie Ihnen darum auch aufrichtig beantworten. Für das Glück der Ehe iſt Hauptbedingung ein vollſtändiges Sichverſtehen, Eingehen in den Charakter und die Stimmungen des Andern, gegenſeitiges Vertrauen, ſonſt ſind die Gatten nicht Blutsfreunde im Leben und Sterben.“
„Aber iſt denn die Liebe nicht die leidenſchaftliche Vereinigung zweier für einander beſtimmten Seelen? Gehen durch ſie nicht beide in einander auf? Ich we⸗ nigſtens kann mir nicht denken, wie man ohne Liebe heirathet.“
Mr. Lesley ſchüttelte zu dieſem lebhaften Einwurf leiſe den Kopf.
„Sie ſind eine dichteriſche Natur, Strandau“, ent⸗ gegnete er,„aber denken Sie zurück, haben Sie denn im Leben nur einmal geliebt oder zu lieben geglaubt? Ich glaube nicht an die Prädeſtination zweier Seelen


