49
cenz aus ſeiner Vergangenheit kam. Dabei aber war ſeine Theilnahme ſo lebhaft erregt, daß er gar nicht daran dachte, wie die Geſellſchaft ſie nachgerade ver⸗ miſſen werde. Er ſtand neben Mr. Lesley, der ſich mit verſchränkten Armen an den Pfeiler gelehnt hatte und mit auffallender Bedrückung ſeines ganzen Weſens fortfuhr:„Sie fragen mich, Strandau, was mir zu einer freundlichen Häuslichkeit fehle. Ich antworke zh⸗ nen, dieſe ſelbſt und Alles, was ſie ausmacht. Ziehe ich nicht immer noch umher, am Abend mein Zelt auf— ſchlagend, wo ich gerade bin? Habe ich eine Familie oder bin ich nicht vielmehr nur der Theil einer andern? Was mir zu einem angenehmen Daſein fehlt? Arbeit, Thätigkeit, das Bewußtſein der Nützlichkeit inmitten meiner Mitmenſchen, das Gefühl der abgeſchloſſenen Exiſtenz, die ich auszufüllen und einem Lebenszweck gemäß zu geſtalten vermag, ſodaß keine Lücke bleibt, in welche ſich Zweifel und Unmuth einſchleichen können. Mir fehlt daſſelbe, was Ihnen mangelt, nur daß ich mir deſſen bewußt bin, ohne es ändern zu können, Sie dagegen es nur in undeutlichen Stimmungen fühlen und in der glücklichen Lage ſind, die Aenderung nach freiem Ermeſſen eintreten zu laſſen, ſobald ſich Ihnen das Bedürfniß klar und mit unwiderleglichem An⸗ ſpruch entgegenſtellt.“
Byr, Nomaden. II. 4


