Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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15 mit ſehr nachdenklicher Miene und beſchloß dann einen Aderlaß zu appliciren, um das erhitzte Blut abzuleiten. Er verſchrieb zugleich eine beruhigende Medicin, die einer der Kellner in der Apotheke bereiten laſſen ſollte.

Da ſich der Doctor anſchickte, die kleine Operation vorzunehmen, hatte es beinahe den Anſchein, als wolle ſich der Kranke aus ſeiner Bewußtloſigkeit erholen und ſo die Blutentziehung überflüſſig machen, aber die Na⸗ tur oder, wie Gerhard zu glauben anfing, er ſelbſt mußte ſich wieder anders beſonnen haben und der Arzt vollendete ſeine Vorbereitungen. Was deſſen wiederholte Erklärung, der Kranke bedürfe der unbe⸗ dingten Ruhe, nicht zu Stande gebracht, das bewirkte die Scheu, Blut zu ſehen. Das Zimmer leerte ſich raſch und die Kleine beruhigte ſich auf dem Arme ihrer Wärterin, ſobald die vielen Leute fort waren.

Jetzt gelang es Gerhard auch, die Baronin zu vermögen, ſich ſelbſt ein wenig Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Es begann ſich bei ihr eine gewiſſe Ab⸗ ſpannung geltend zu machen und fröſtelnd und ver⸗ legen hüllte ſie ſich dichter in das Umhängetuch und warf, in einen Fauteuil zurückgeſunken, die Bettdecke über ihre Füße. Mit Grauen betrachtete ſie ihre blu⸗ tigen Hände und tauchte ſie in das vorgehaltene Waſch⸗ becken. Sie waren an mehreren Stellen zerſchnitten,

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