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bloßen Füßen, aufgelöſtem Haar und faſt ganz ent⸗ kleidet vor der nach dem Corridor gehenden Thür, an der ſie mit blutigen Händen rüttelte und pochte.
„Ouvrez, ouvrez done! Zu Hülfe, zu Hülfe! Il se meurt!“ kreiſchte ſie dabei vor Schreck und Entſetzen
außer ſich.
Gerhard, der einen Moment lang an einen räube⸗ riſchen Einbruch dachte, ſah ſich vergeblich nach etwas um, was darauf hingedeutet hätte; er ſelbſt war der einzige Eindringling hier, einem Mörder aber, der durch das Fenſter geflüchtet wäre, hätte er doch be⸗ gegnen müſſen. Doch blieb ihm nicht viel Zeit zur Erwägung, denn die Baronin hatte kaum ſeine Frage, was es gebe, gehört, als ſie die Thür verließ und
händeringend auf ihn zuſtürzte.
„O helfen Sie! Mon Henri! II se meurt!“ rief
ſie und umklammerte ſeine Arme, während ſie ihn
gegen das Bett zerrte.„Mon Henri, mon pauvre
Henri!“
Gerhard erſchrak vor den von Furcht und Ent⸗ ſetzen entſtellten Zügen der ſonſt ſo ſchönen Frau. Ihre Augen quollen weit aus dem Kopfe, das Antlitz war bleich und verzerrt, wie das einer Gorgone aus pariſchem Marmor, und die zuckenden Lippen bläulich
gefärbt. Er folgte ohne Zögern an da
s Bett, auf 1*


