Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

5 3 1

2

ſich auf die ſonderbare Scene im Salon bezog, deren tiefer Eindruck auf den ernſten, verſchloſſenen Mann ihm nicht entgangen war. Raſch fuhr er auf, ohne ſich erſt über das, was zu thun ſei, Rechenſchaft zu geben.

Jetzt ertönte von neuem deutlich vernehmbarer Hülferuf. Es war eine weibliche Stimme, die, wie Gerhard nun nicht mehr zweifelte, von der Veranda kam. Er ließ ſich kaum Zeit, die allernöthigſten Klei⸗ dungsſtücke überzuwerfen, öffnete das Fenſter und war mit einem Sprunge in der Veranda, die nur ein Lichtſtrahl aus jenem Fenſter erhellte, welches auf der entgegengeſetzten Seite des Salons dem ſeinen ent⸗ ſprach. Eine Scheibe war zertrümmert, der eine Flü⸗ gel außerdem geöffnet, und unausgeſetzt drangen jetzt gellende Hülfeſchreie aus jenem Zimmer, das, wie Ger⸗ hard wußte, von dem Ehepaare Leſtow bewohnt wurde.

Im Nu war Gerhard am andern Ende der Veranda und, ohne ſich lange zu bedenken, auch ſchon in dem Zimmer, das nur von einer einzigen flackernden Kerze Licht erhielt. Soviel er auf den erſten Blick überſehen konnte, lag der Baron in dem einen Bette wie todt, das andere war leer, ein kleines Kinderbett befand ſich daneben, die Baronin aber ſtand mit