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„Nun, was hätteſt Du denn gemacht?“ verſetzte Gerhard, indem er ſeines Freundes Arm nahm und ihn gegen das Steuerruder hin führte.„Schöne Frauen ſind überhaupt niemals unverſchämt. Sie nehmen nur ihr Herrſcherrecht in Anſpruch.“
„Lächerlich! Ein Recht von heute auf morgen und nicht einmal durch ein suftrage universel geheiligt! Unſere Stimmen wenigſtens ſind getheilt. Oder willſt Du am Ende gar eins von Gottes Gnaden anerkennen? Was iſt Schönheit?“
„Ein vergänglich Gut, die Schminke der Natur, eine angenehme Irritation unſerer Netzhaut undſo weiter. Du ſiehſt, ich habe alle Deine Anſichten über dieſen Gegen⸗ ſtand behalten, die Du nur gewonnen, indem Du der Weſenheit durch eingehende Studien am Gegenſtande ſelbſt auf den Grund zu dringen getrachtet. Aber von Allem abgeſehen, kann nicht Jeder von ſolcher hage— buchenen Unhöflichkeit gegen das ſchwächere Geſchlecht ſein wie Du.“
„Schwächeres Geſchlecht?“ wiederholte Strei⸗ cher, der bei der früher gefallenen Anſpielung auf ſein nicht ſo ganz unempfängliches Herz ſeine ganz leiſe er⸗ röthenden Züge in eine dichte Rauchwolke gehüllt hatte. „Iſt das ein Beweis von Schwäche, wenn ſie, dieſe ſchwachen Frauen, der Ueberzeugung leben, daß jede


