legte ihre ſchmale Hand in hellbraunem, faltenloſem
Glacé auf denſelben, einen Moment lang hob ſie die
Lider, ein kurzer, aber ganz eigenthümlich wirkender
Blick fiel auf den jungen Mann und leiſe proteſtirte ſie: „Non, non! Laissez donc, monsieur!“
Der Erfolg war natürlich ein entgegengeſetzter, der Rock mußte zum zweiten Male den Platz räumen, und der ältern Dame, welche jetzt erſt den Sachverhalt zu be⸗ merken ſchien, entgegenkommendes und von einem be⸗ redten Lächeln begleitetes:„Ah, excusez, monsieur— c'était votre place, tant que je vois“— glich nur mehr den Victoriaſalven von den Wällen eines mit Sturm genommenen Forts.
Mit der nicht ganz wahrheitsgetreuen Behauptung, daß er auf die Sitze keinen Anſpruch erheben würde, ſelbſt wenn es den Damen nicht gefiele, dieſelben ein⸗ zunehmen, und der wiederholten Bitte, ſich nicht ſtören zu laſſen, zog ſich Gerhard zurück und trat, durch das freundlich dankende Kopfnicken vollkommen verſöhnt, wieder zu ſeinem Freunde, der die ganze Scene mit ſeinem gewöhnlichen ſarkaſtiſchen Lächeln mit angeſehen hatte.
„Die Unverſchämtheit ſiegt überall“, brummte er er dem Zurückkehrenden nun entgegen.„Ich wäre nicht ſo abgezogen.“


