Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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aber mit ihm auch den Mann ſelbſt, der vergebens auf die Erfüllung des kaiſerlichen Befehls harrte, welcher dem Herzog von Friedland auftrug, die Forderungen des kaiſerlichen Mathematikers Magiſter Johannes Kepler mit zwölftauſend Thalern und deren Zinſen aus den Einkünften des Herzogthums Mecklenburg zahlen zu wollen; und wo gab es ein Gericht, bei dem der arme Gelehrte gegen den allmächtigen Kriegsfürſten Klage führen konnte? Was aber wäre dem Muthe Kepler's unmöglich geweſen, wo es galt, das Recht zu vertreten und für die geſicherte Zukunft ſeines Weibes, ſeiner Kleinen zu ſorgen? Wal⸗ lenſtein hatte dem Gelehrten noch einmal die Stelle eines Profeſſors in Roſtock antragen laſſen und der vor dem Kriegsobern zitternde Senat gehorſam den gro⸗ gen Mathematiker zu derſelben erwählt, aber Kepler war nicht der Mann, der, wo er Recht hatte, ſich daſ⸗ ſelbe aus den Händen winden ließ. Was keiner der Fürſten des deutſchen Reichs, was ſelbſt der Kaiſer nicht wagte, das wagte der körperlich ſo zart organiſirte, jetzt überdies ſchon alternde Gelehrte. Er trat dem ſtolzen, faſt allmächtigen Feldherrn entgegen und er⸗ klärte feſt, er werde dieſem Rufe nicht folgen, bevor nicht der Herzog ſelbſt des Kaiſers Genehmigung dazu ausge⸗ wirkt und den Rückſtand bezahlt habe.

Solche Sprache war dem Friedländer unbekannt;