ag
31
Jude, mich und meine Glaubensgenoſſen in eine Kate— gorie ſetzen wolle mit Euch und den Euren; aber Gedul⸗ dete in dieſem Lande Böhmen, deſſen König zugleich deutſcher Kaiſer und Herr der katholiſchen Chriſtenheit iſt, ſind die Proteſtanten auch nur, und wohl ſtünde es ihnen an, ſich beſcheiden zu betragen. Aber ſtatt deſſen ſtreben ſie nur danach, ſich weiter und weiter auszubrei⸗ ten und nicht blos auf den ihnen eingeräumten Rechten zu beſtehen, ſondern ſie nach allen Seiten hin zu ver⸗ größern. Sie haben an vielen Orten neue Kirchen er⸗ baut, neue Prädikanten und Lehrer eingeſetzt, die gar nicht etwa ſtille, beſcheidene Männer, ſondern laute Schreier ſind, die, immerfort auf Andersgläubige ſchel⸗ tend, ihre Predigten und Bibelerklärungen für den einzi⸗ gen Weg zu Gott halten. Wo, wie in Eurem Vaterlande, auch der Fürſt und Herrſcher dem proteſtantiſchen Glau⸗ ben zugethan iſt, mag dieſes allenfalls hingehen, nicht aber hier, wo jedes Schimpfen auf die Katholiken eine direete Beleidigung des Landesherrn iſt. In Braunau und Kloſtergrab haben die Proteſtanten neue Gottes⸗ häuſer erbaut, wozu ſie nach dem Majeſtätsbriefe König Rudolf's, den Matthias beſchworen, wohl berechtigt ſind, aber ſie haben Prädikanten an dieſelben geſetzt, die auf Mönche und Nonnen ſo laut und unrbeſcheiden als möglich geſchimpft und die römiſche Kirche immer wieder


