Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Frauenbild in ſeiner jugendlichen Männerbruſt erregt hatte. Sie waren erloſchen, wie eine Flamme erliſcht, wenn man ihren Gluten keine neuen Brennſtoffe zuführt. Die Fürſtin von Lobkowitz ſtand vor ſeiner Seele wie die Erinnerung an ein vollendetes Kunſtwerk. Er erkannte nach wie vor die hohen Vorzüge der ſeltenen Frau an, er dankte ihr mit Rührung für alle die Stunden eines rein geiſtigen Glücks, das er in der Unterhaltung mit ihr gefunden, und für alle die Wohlthaten, die ſie ihm und den Seinen erwieſen, aber er mußte ſich ſelbſt zugeſtehen, daß die geiſteskranke Mutter ſeiner Kinder, deren Fehler und Schwächen er ſtets nur allzu genau erkannt und die ſeine Geduld und Selbſtbeherrſchung nur allzuoft auf die Probe geſtellt, ſeinem geläuterten Herzen um Vieles theurer ſei als jenes Ideal ſeiner Jünglings⸗ träume.Gott ſegne Dich, Polixena! betete er mit gefalteten Händen und zum Himmel gerichteten Augen.

Dann führten ſeine durch die weiten Gefilde ſeiner Vergangenheit ſchweifenden Gedanken ihm das Bild ſei⸗ nes freundlichen Beſchützers Johannes Fickler vor die Augen.Dir iſt wohl! ſagte er ſich leiſe.Du biſt der Wahrheit, die Du hier auf Erden ſchon zu beſitzen glaubteſt, auf einem andern Stern jetzt näher gerückt. Und Du, mein Vater, unglücklicher, raſtloſer Wanderer, haſt Du Ruhe gefunden in einer andern Phaſe Deines