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„Ihr ſeid in Prag geweſen, Euſebius?“ ſagte nach dem Begräbniß ſeiner Mutter die Fürſtin zu ihrem begünſtigten Diener.
„Zu Ew. Durchlaucht Befehl!“
„Habt Ihr die würdige Frau Apollonia beſucht und geht es ihr wohl?“
„Beide Fragen kann ich Ew. Durchlaucht bejahen.“
„Und wie geht's ihrem Pflegeſohn und ſeiner Fa⸗ milie?“
„Durchlaucht, ich habe den Herrn Kepler nicht ſelbſt ſprechen können; der große Gelehrte iſt zu ſehr beſchäf⸗ tigt, aber die würdige Frau Wellinger führte mich in ihr kleines Stübchen, wo ich durch ein kleines Thür⸗ fenſter ihn eine Weile bei ſeiner Arbeit beobachten konnte.“
„Es muß intereſſant ſein, einem ſolchen Mann zuzu⸗ ſehen, wenn er ſich mit Dingen und Verhältniſſen be— ſchäftigt, die weit über den Erdball hinausgehen“, ſagte Polixena mit einer gewiſſen Befangenheit.
„Eigentlich war da wohl nicht viel zu ſehen“, meinte der Haushofmeiſter.„Herr Kepler ſtand in einem Haus⸗ rock von grauem Sammet, der aus einem abgetragenen Staatskleide durch die geſchickte und ſparſame Mutter zu dieſem Zwecke hergerichtet worden, denn er war an den Ellenbogen und unter dem Kragen geflickt, an


