Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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thias in Böhmen ausgeſchriebene Landtag mußte in Budweis abgehalten werden, weil in Prag zur Zeit die Peſt wüthete. Er war von geringem Erfolge, als aber ein Jahr ſpäter(1615) der König auf den Wunſch der Stände nach Prag kam, wurden alle jene nationalen For⸗ derungen mit vielem Eifer beſprochen und geſetzmäßig feſtgeſetzt, daß die böhmiſche Sprache als allgemeine Landesſprache bei Ehren erhalten werden, daß alle Prediger und Schulmeiſter gehalten ſein ſollten, ſich derſelben bei ihren Vorträgen zu bedienen, daß nur ge⸗ borene Böhmen als Mitglieder in die großen Landes⸗ collegien gewählt werden und daß erſt diejenigen Per⸗ ſonen als geborene Böhmen gelten dürften, deren Groß⸗ ältern bereits im Lande anſäſſig geweſen.

Alle dieſe Verordnungen wurden vom Kaiſer Mat⸗ thias bereitwillig beſtätigt; hierauf ſchloß er einen zwan⸗ zigjährigen Waffenſtillſtand mit dem Großherrn, und es ſchien faſt, als ob ſeine Regierung eine für das Reich günſtige und ſegensreiche ſein würde. Die alten Umge⸗ bungen ſeines Bruders kamen bei ſeinen kurzen Anwe⸗ ſenheiten in Prag in keinen Betracht. Fürſtin Polixena gebar auf ihrem Schloſſe zu Raudnitz ihrem ſchönen ju⸗ gendlichen Gemahl kurz hintereinander drei Kinder, die das Glück dieſer Ehe weſentlich erhöhten und das Herz der Mutter ganz erfüllend ſie von der Außen⸗