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zen dankbar bin für das Gute, das ſeine Samari⸗ terbarmherzigkeit einſt an mir, dem kranken Reiſenden, gethan.“
„O edles, treffliches Herz“, rief Beſold und reichte dem Freunde die Hand, in welche Kepler freudig ein— ſchlug,„warum benutzeſt Du denn nicht Deine weiſe Duldſamkeit auch zu Deinem eigenen Glücke und beſſern Fortkommen in der Welt?“
„Wie meinſt Du das?“ fragte Kepler dagegen.
„Ei, Liebſter!“ ſagte der tübinger Oberamtsrath, „wenn Du heute in der Stille, ganz in der Stille nur die Meſſe hörteſt, wäreſt Du, davon bin ich feſt überzeugt, in kurzem ein hoher Beamter am Hofe des Matthias oder des Ferdinand in Steiermark, und wenn Du die Concordienformel unterſchriebeſt, würde man Dich als⸗ bald nach Tübingen zur beſten Profeſſur berufen, die der Univerſitätsſenat zu vergeben hat, und mit tauſend Freuden würde unſer Herzog Deine Berufung beſtätigen. Der edle Herr liebt und ehrt Dich gar ſehr, beſchäftigt ſich viel mit Deinen Schriften und freut ſich des ſchönen Kunſtwerks, das Du ihm geſchenkt haſt. Er, der kluge Herr, nennt Dein Feſthalten an den kleinen Abwei⸗ chungen von den Glaubensregeln, die ſeine klügſten Theo⸗ logen als das rechte Bekenntniß des lutheriſchen Glau⸗ bens unter dem Namen der Concordienformel zuſammenge⸗


