Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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binden. Das Reich Böhmen muß einen Regenten haben; die Stände ſind einig in der Wahl Eures durchlauchtigſten Bruders, denn der Böhmen Herz hängt treu an den Söhnen des hochherzigen Königs Max, der uns Glau⸗ bensfreiheit und Frieden in kaiſerlicher Huld gegeben. Vielleicht wird Dero Herr Bruder, Erzherzog Matthias, der nach Ew. Majeſtät ſeligem Hintritt der natürliche Erbe dieſes großen Königreichs und aller der Länder wäre, deren Kronen jetzt Euer Haupt ſchmücken, in die geſeg⸗ neten Fußtapfen ſeines Vaters treten und den Böhmen*

Was wollt Ihr Abtrünnige und Verräther? ſchrie der Kaiſer mit dem Fuße ſtampfend.

Niemand kann zweien Herren dienen, antwortete Budova gefaßt.Entlaßt uns des Eides der Treue, be⸗ jaht unſere dahin gehende Bitte, die letzte, mit der ſich Böhmens Stände an Ew. Majeſtät Gnade wenden, und gebt uns dadurch die Freiheit, Euerm Herrn Bruder die Krone unſeres Landes, die Ihr von Euch geworfen, in Treue und Unterthänigkeit darbringen zu dürfen.

Rudolf's Züge waren von Wuth verzerrt, ſein Mund ſchäumte und ſeine Augen waren mit Blut unterlaufen.

Ich will nicht! Ich werde nicht durch meine eigene Unterſchrift das heuchleriſche Poſſenſpiel ſanctioniren, das dieſer Matthias mit mir, ſeinem Kaiſer, treibt! ſchrie der unglückliche Fürſt mit heiſerer Stimme, und die Fe⸗