189 der, welche Wenzel von Budova mit unterthänigem Blicke zur Unterſchrift hinhielt, aus deſſen Hand reißend, warf er dieſelbe zu Boden und ſtampfte mit ſeinem Abſatz den Kiel entzwei. Budova hob ſie wieder auf und tauchte ſie, ohne ihren Zuſtand zu beachten, von neuem in das goldene Tintenfaß. Jetzt behielt ſie Rudolf in der zittern⸗ den Hand. Schwarze Tintenflecken verunzierten bereits den Boden des Zimmers, die Tiſchplatte und das Blatt, das zum Unterſchreiben vorgelegt war.„Fluch Euch, Fluch dem ehr⸗ und treuvergeſſenen Matthias, Fluch dieſem ganzen treuloſen Lande!“ ſagte er mit ſchrecklicher Stimme, doch verſuchte er ſeinen Namen unter das Document zu ſetzen, das die Böhmen ihrer Treue gegen ihn entbinden ſollte. Schwarze Tintenſtröme floſſen die Schrift be⸗ ſchmuzend aus der zum Schreiben ganz untauglich ge⸗ wordenen Feder, doch nahmen die anweſenden Standes⸗ herren dieſe Flecke für die Unterſchrift des verrathenen Fürſten und entfernten ſich, nachdem Wenzel von Bu⸗ dova, der das ſchmuzige Document trug, dem Kaiſer mit falſcher Freundlichkeit für die Abtretungsurkunde ge⸗ dankt hatte.
Als Rudolf ſich wieder allein ſah, warf er ſich in einen Lehnſtuhl, und die noch immer mit Tinte gefüllte Feder mit den Zähnen zerreißend, befleckte er Bart und
Wange. In dieſem Zuſtande fanden ihn ſeine Die⸗ 13*


