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Gnaden übernehmen zu wollen, da Se. Majeſtät Ru⸗ dolf II. wegen ſeiner mit jedem Jahre zunehmenden Schwäche derſelben ſich nicht mehr gewachſen fühle. Zugleich erſuchten ihn die getreuen Böhmen, daß er ſeine ungariſchen Truppen alsbald mit denen der böhmiſchen Stände vereinigen und das noch immer in einigen Ge⸗ genden des Königreichs weilende paſſauer Volk mit die⸗ ſen vereinten Truppen aus dem Lande treiben möge.
„Zugeſtanden!“ entgegnete Matthias, deſſen Geſicht von Entzücken leuchtete, und es war ſein erſter Befehl, daß ein Theil ſeiner ungariſchen Truppen, vereint mit allen den Böhmen und Mähren, die ſich unter dem Befehl des Herrn von Roſenberg und anderer böh⸗ miſcher Proteſtanten in Prag befanden, gegen Budweis und Prachatitz vorrücken ſollte, wo die Reſte des Ra⸗ mé'ſchen Kriegsvolkes noch immer ihr entſetzliches Weſen trieben.
Nach dem Abmarſche dieſer Truppen war Matthias, der von ſeinem ungariſchen Militär noch achttauſend Soldaten in Prag zu ſeinem Befehle behielt, factiſch Herr der böhmiſchen Hauptſtadt und forderte nun auch, als König von Böhmen gekrönt zu werden.
Die Stände ſetzten den Tag zu dieſer großen Feier⸗ lichkeit auf den dreiundzwanzigſten März feſt.
Während dieſer Zeit lebte Kaiſer Rudolf in alter


