Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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halten worden waren, wurde zuerſt von dem beredten Wenzel von Budova verkündigt, daß Kaiſer Ru⸗ dolf entſchloſſen ſei, auf den Wunſch ſeiner Untertha⸗ nen die Krone Böhmens, die zu tragen ihm in dieſen unruhigen Zeiten zu ſchwer werde, niederzulegen.

Am folgenden Tage berief Matthias die böhmi⸗ ſchen Standesherren zu ſich in das altſtädter Rathhaus, wo er ſie aufs huldreichſte empfing. Er ſchüttelte jedem der Eintretenden, gleichviel ob Katholik oder Proteſtant, die Hand und ſagte dann:

Ihr habt mich nach Prag berufen, hier bin ich nun, ſehr edle Herren. Was iſt Euer Anliegen an mich? Erlaubt mir, Euch gleich meines guten Willens, Euch zu dienen, von Herzen zu verſichern.

Unſer Anliegen, erhabener König von Ungarn, ha⸗ ben wir in dieſem Schreiben niedergelegt, antwortete der abermals zum Sprecher erwählte Wenzel von Bu⸗ dova;es iſt von uns allen, ohne Unterſchied des Glau⸗ bens, unterſchrieben.

Matthias ſah nach den Unterſchriften und fand die des Obriſtburggrafen von Slawata, des Herrn von Martinecz und noch mehrerer anderer katholiſcher Herren, die friedlich neben Schlick, Thurn, Budova und andern Proteſtanten unterzeichnet hatten. Das Schreiben ſelbſt enthielt an ihn die Bitte, die Verwaltung Böhmens in