Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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ſicht auf den Glauben derjenigen, die ihrer Hülfe be⸗ dürftig waren.

Als die Familie mit den beiden Freunden Kepler in das gewöhnliche Wohnzimmer gefolgt war, ſaß Barbara neben der barmherzigen Schweſter, die, bereits hochbejahrt, der Kranken mit ruhiger Würde erzählte, wie in der Stadt große Feſtlichkeiten vorbereitet wür⸗ den zum Empfang des Erzherzogs Matthias, der jeden Augenblick eintreffen könne auf dem altſtädter Rath⸗ hauſe, wo man ſchon vor mehreren Tagen Zimmer zu des Fürſten Reſidenz hergerichtet und äußerſt koſtbar ausgeſchmückt habe.

Kepler heftete ſeine Augen voll ſtiller Trauer auf ſein unglückliches Weib und ſagte dann zu Meiſter Eu⸗ ſebius, der eben im Begriff ſtand, von ſeiner Freun⸗ din Apollonia Abſchied zu nehmen:Alſo der An⸗ kunft des Matthias galt der laute Jubel dieſer falſchen Böhmen?

Ja! entgegnete der Haushofmeiſter und ſetzte mit einem Seufzer hinzu:Meine durchlauchtigſte Für⸗ ſtin iſt ſehr betrübt und ſchon ſeit mehreren Stunden auf dem Hradſchin mit ihrem edlen Gemahle anweſend, Sr. Majeſtät dem Kaiſer Rudolf, den Gott erhalten möge, die Beweiſe ihrer Treue und Ehrfurcht zu Füßen zu

legen.

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