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Schlimmeres begegnen als der Tod! Mögen ſie mich tödten, mag der Sohn meiner Mutter mit brudermör⸗ deriſcher Fauſt ſelbſt den Stahl in dieſe unbeſchützte Bruſt bohren! Ich werde vor den Thron des Allerhöchſten tre⸗ ten mit der Gewißheit, daß ich ſeine heilige Kirche be⸗ ſchützt und nicht leichtſinnigerweiſe das Blut meiner Un⸗ terthanen vergoſſen habe. Auch der Kaiſer iſt nur ein Mann, und kein Mann kann mehr als einmal ſterben für ſeinen Glauben und ſeine Pflichten.“
Es war ein lichter Frühlingsmorgen, einige Tage nach dem Abende, an welchem die kleine Magdalene Kep⸗ ler beim Glanze der ihr aus den Fenſtern des Hradſchin entgegenſtrahlenden Fenſter eingeſchlafen war, um in einem andern Lichte als dem, welches die Erde erhellt, zu er⸗ wachen. Auf dem altſtädter Ringe wogte eine bedeu⸗ tende Menſchenmenge auf und ab, meiſtens aus Perſo⸗ nen der geringern Stände beſtehend. Die Fenſter aller Gebäude des ſchönen Platzes waren mit Teppichen ge⸗ ſchmückt, und grüne Gewinde, aus zartem Birkenlaube und den dunklen Zweigen der immergrünen Nadelhöl⸗ zer geflochten, ſchlangen ſich von einem zum andern längs aller Facaden. Fahnen mit den Farben Böhmens wehten von vielen Giebeln und beſonders erſchien das ehrwürdige Rathhaus im ſtattlichſten Feſtſchmuck. Lautes Jubelgeſchrei belebte von Zeit zu Zeit die promenirende


