Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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kiehen. Ihr ſeid entlaſſen, Herr Adam von Wald— ſtein!“ So bin ich denn zurückgekehrt, um Ew. Maje⸗ ſtät alsbald zu melden, daß die hier auf dem Hradſchin zum Empfang Sr. Majeſtät des Königs von Ungarn getroffenen Vorkehrungen unnütz geweſen ſind; morgen trifft derſelbe in Prag ein und ein glänzender Empfang wird bereits von den Ständen vorbereitet.“

„Gut!“ ſagte der Kaiſer;„ich muß den Muth finden, zuzuſehen, wie der Dolch geſchliffen wird, Strich für Strich, den dieſer tückiſche Verräther in meine wehrloſe Bruſt zu bohren einmal unwiderruflich entſchloſſen iſt. Sei es ſo! Ich befehle, daß auch Ihr, Herr Adam von Waldſtein, bei dem ſtattlichen Empfange des gekrönten Königs von Ungarn, meines erwählten Nachfolgers, zu⸗ gegen ſein und ihn in unſerer kaiſerlichen Reſidenz will⸗ kommen heißen ſollt.“

Herr von Waldſtein machte ſeine Abſchiedsverbeugung, und der Blick, mit welchem er die matte und gebrochene Geſtalt des Kaiſers anſchaute, war voll tiefer Theilnahme.

Kaum aber hatte der böhmiſche Edelmann das Zim- mer verlaſſen, als Rudolf ſich mit ſtolzem Anſtande hoch emporrichtete, ſeinem kaiſerlichen Vater Max in dieſem Moment mehr als je in ſeinem vorherigen Leben ähn⸗ lich ſehend.

„Nun wohl, ich werde ſterben; es kann mir ja nichts