Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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in ihrer Mitte gar nicht dulden wollen. Denn obgleich er bei dem letzten Aufruhr der Utraquiſten den Rebellen Glaubensfreiheit verſprochen und den Majeſtätsbrief Kai⸗ ſer Maximilian's ihnen in gewiſſer Weiſe beſtätigt hat, ſo iſt ihnen doch nie eins ſeiner Verſprechen gehalten worden. Es haben auch die katholiſchen Reichsräthe, die Herren von Martinecz und Slawata und der Karzlei⸗ ſchreiber Johann Menzel das Document jenes Maje— ſtätsbriefes niemals unterzeichnet, und noch heute halten die proteſtantiſchen Herren Böhmens ebenſo wie ihre Unterthanen und Hinterſaſſen den gegenwärtigen Kaiſer Rudolf II. für ihren erbittertſten Feind. Es thut noth, daß ein anderer Zuſtand in dieſem unruhigen Lande her⸗ beigeführt werde. Kaiſer Rudolf iſt offenbar krank, ſeiner Sinne in vielen Augenblicken nicht mächtig, und es iſt nothwendig, daß eine kräftigere Hand die Zügel der Regie⸗ rung ergreift. Darüber ſind auch bei ihrer jetzigen Zuſam⸗ menkunft in Wien die deutſchen Reichsfürſten einig gewor⸗ den. Unſer ſehr edler Herr Erzherzog Ferdinand von Steiermark iſt wohl noch zu jung, um dieſe Aufgabe in ſeine eigene Hand zu nehmen; auch widerſtrebt es dem edlen Herzen des Jünglings, die Kronen, die ihm als Erbe zufallen ſollten, dem lebenden Verwandten und Wohlthäter vom Haupte zu reißen. Prinz Matthias iſt als zweiter Sohn Maximilian's der natürliche Nachfol⸗