Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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nach Rudolf's Ableben zu deſſen Nachfolger annehmen zu wollen, kann man ihm den Titel eines erwählten Königs von Böhmen nicht mehr ſtreitig machen; was könnte der kranke Kaiſer in dieſem Momente thun, um den wilden Aufruhr in der Stadt zu dämpfen?“

„Sich zeigen!“ entgegnete Dietrichſtein mit Nach⸗ druck,„und ſogleich inmitten ſeiner tobenden Unterthanen die Erklärung ausſprechen, daß er dem proteſtantiſchen Theil derſelben alle Freiheiten ihres Glaubens wie zu ſeines Vaters Zeiten beſtätigen will, daß er die Rechte ſeines Bruders auf ſeine Nachfolge zu achten und nicht anzutaſten geſonnen ſei, und daß es ihm ſelbſt um den Frieden zwiſchen ſeinen Unterthanen, welchem

Glauben ſie auch angehören, zu thun ſei.“

„Unmöglich“, ſagte Pater Cyſetus mit Bitterkeit. „Der Kaiſer iſt nicht in der Verfaſſung, ſich zwiſchen die ſtreitenden Parteien zu werfen. Er kann ſich nicht für das Heer erklären, an deſſen Spitze Laurentius Ramé ſteht, denn er hat demſelben vor nicht allzu langer Zeit den Befehl zukommen laſſen, die böhmiſche Grenze nicht zu betreten. Auch iſt den Leuten die Zah⸗ lung ihres Soldes verweigert worden. Noch weniger aber könnte er den proteſtantiſchen Herren, die auf der ent⸗ gegengeſetzten Seite ſtehen, die Ehre ſeiner Gegenwart zu Theil werden laſſen, ja, dieſe würden ihn wahrſcheinlich