Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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Das iſt auch ſicherlich nicht der Fall geweſen, entgegnete Johannes,denn ich kenne der Gräfin per⸗ ſönliche Ergebenheit gegen den Kaiſer und weiß, daß ſie jede Annäherung unſeres Erzherzogs an Matthias für einen Hochverrath halten würde.

Sie iſt es auch geweſen, dieſe ſchöne, aber durchaus nicht lenkſame Frau, welche dem Kaiſer den Befehl an die Paſſauer, nicht in Böhmen einzurücken, abgetrotzt oder abgeſchmeichelt hat, ſagte Pater Cyſetus,und glaubt mir's, mein Herr Confrater, ſie, deren Gehorſam wir nicht mehr zu zwingen verſtehen, befindet ſich jetzt unter einem der Ketzerei und dem Proteſtantismus ſich zunei⸗ genden Einfluß.

Wie wäre das möglich, bei ihr, die, von ſpani⸗ ſchen Aeltern ſtammend, von mir in höchſter Glaubens⸗ freudigkeit erzogen ward? fragte Johannes Fickler, ſeine bleiche Stirn niederſenkend.

Es ſind Proteſtanten in ihrem Hauſe, welche ſchon Jahre lang unter ihrem perſönlichen Schutze ſtehen.

Alles Diener, Schützlinge ihres verſtorbenen Gemahls und ihr ſo zu ſagen teſtamentariſch von dieſem über⸗ geben.

Sie hat eine ſchwäbiſche proteſtantiſche Kammer⸗ frau, eine Matrone von würdigem Benehmen, Eure nahe Verwandte, Pater Johannes!