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auf die Kniee und ein Menſchenantlitz von edelſter Schön⸗ heit beugte ſich tief, immer tiefer zu Boden, ſo tief end⸗ lich, daß es auf dem kalten Marmor der Stiegen lie⸗ gen blieb.
Es war Johannes Fickler, der ſein mit ſchwerſtem Leid belaſtetes Herz hierher trug.
Der Jeſuit erſchien in dieſer demüthigen Stellung einer Leiche viel ähnlicher als einem lebenden Menſchen. Seine blaſſen, abgemagerten Hände zitterten heftig und die kleine Tonſur auf ſeinem Schädel glänzte inmitten ſeiner ſchönen, dunklen, jedoch bereits ergrauenden Locken wie Silber.
„Herr, erbarme Dich meiner!“ flüſterte er dreimal vor ſich hin, und ſein Gebet kam ſicherlich aus der Tiefe ſeines zerſchlagenen Herzens. Er ſchien für nichts Aufmerkſamkeit zu haben und das Gebet jede Nerven⸗ faſer ſeines Ichs in Anſpruch zu nehmen.
Er mochte faſt eine Viertelſtunde ſo gelegen haben, als eine leichte Hand ſich auf ſeine Schulter ſenkte und eine tiefe Stimme dicht neben ihm in ſein Ohr flüſterte: „Wenn Ihr Eure Andacht beendet habt und mit Euern Gedanken und Gefühlen zur Erde zurückgekehrt ſeid, mein geehrter Herr Confrater, ſo ſammelt Euch, wenn ich bitten darf, denn des Kaiſers Majeſtät haben uns zu ſich berufen laſſen.“ Es war Pater Cyſetus, der Ge⸗


