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Der Kaiſer ſaß wieder an ſeinem Zeichenbret. „Welche Stunde haben wir?“ fragte er mit ziemlicher Ruhe.
„Bald ſechs Uhr“, entgegnete der Gefragte.
„Gut! Es ſoll ein Bote geſendet werden an Pater Johannes Fickler und ſeinen Begleiter Cyſetus; ich will die ehrwürdigen Herren ſprechen, ſobald ſie angeklei⸗ det ſind.“
Der Kammerdiener verneigte ſich und verſchwand.
„Ich glaube“, flüſterte Kaiſer Rudolf leiſe und mit verſtörtem Blicke,„ich glaube, daß man des Kaiſers geheiligte Perſon allein und unbewacht läßt in dieſen unheimlichen Räumen; ein ſich hier einſchleichendes Weib könnte, ihr Schnürband um meinen Hals legend, meinen liebevollen Bruder Matthias, den König von Ungarn, alsbald auch zum Könige von Böhmen machen.“
Er ſchauderte.„O wie garſtig iſt dieſe Ueber⸗ gangszeit vom Nachtdunkel zum Tageslichte“, ſagte er dann;„ſcheint's doch, als ob die Geiſter der Nacht und des Tages mit eiskalten Armen ringend gegen einander kämpften. Glücklich alle, die dieſe täglichen Kämpfe im Schlafe vergeſſen! Ich gehöre zu dieſen Glücklichen nicht.“
Und wieder verſank der unglückliche Fürſt in ſeine alten ſchmerzlichen Gedanken.


