Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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auch mir, dem armen Kaiſer, hätte lächeln können. Er hat die Bilder vertauſcht von mehr als einer fürſtlichen Jung⸗ frau, die ich hätte lieben können, wenn ich gewußt hätte, ſie ſei ſchön und gut. Dieſe Aſtrologen und Sterndeuter haben mich auch betrogen mit ihren Prophezeiungen; ſelbſt Polixena hat mich betrogen, als ſie ſich weigerte, mir anzugehören als mein Eheweib. Sie weigerte ſich nicht, weil ſie mich ſo liebte, daß ſie nicht als Mutter von Rebellen die Prophezeiungen der Sterne zu mei⸗ nem Unheil beſtätigen wollte, nein, weil dieſer Ferdi nand von Steiermark, deſſen Treue und Ergebenheit ich mir dadurch, daß ich ihn zu meinem Erben und Nach⸗ folger erklärte, ſie beſtochen, durch Gold und Edelſteine beſtochen hatte, damit ſie ſeinen Ausſichten durch eine Heirath nicht entgegentreten ſolle.

Falſchheit, Lüge, Tücke rings um mich her! Es lügen die Menſchen, es lügen die Sterne, es lügen auch die Verheißungen Gottes, denn ſeine Prieſter und die Ver⸗ kündiger ſeiner Lehren ſind auch Menſchen und nur mit ihrem eigenen Vortheil beſchäftigt. Wo iſt Johannes Fickler, dieſer kluge Abgeſandte meines edlen Vetters und Nachfolgers Ferdinand, der uns jetzt verließ, jetzt, wo wir ſeiner Treue und ſeines Beiſtands bedürfen? Denn auch der Kaiſer, der Herr der Chriſtenheit, bedarf der Liebe und Treue derer, die er liebt.