Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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erlaßlich iſt; ich habe diejenigen, die, zum Theil auf Ver⸗ anlaſſung des übermüthigen Prinzen, meine arme, ſchuld⸗ loſe und bis zu den Klatſchereien der Reinbold'ſchen Fa⸗ milie unbeſcholtene Mutter ſo ſchwer beleidigt, bei dem Magiſtrate zu Leonberg verklagt.

Rabbi Löw ſah dem tiefempörten Freunde mit nicht geringem Erſtaunen in das offene, edle Antlitz.

Da habt Ihr wohl vergeſſen, was eine Beſchuldi⸗ gung der Hexerei, wie erlogen und widerſinnig ſie auch ſei, für die arme alte Frau für Folgen haben kann?

Ich habe ihr auch geſchrieben, daß ſie, ſobald es nur die Sicherheit der Wege erlaubt, hierher nach Prag ſich in mein Haus und unter meinen perſönlichen Schutz begeben ſoll.

Magiſter Kepler, mein theurer und hochgeehrter Freund, verzeiht mir, daß ich's offen ſage, Ihr habt in dieſer Angelegenheit zwar wie ein guter Sohn, aber mit nichten wie ein welterfahrener Mann gehandelt. Laßt mich Euch zuerſt darauf aufmerkſam machen, daß der Vogt Einhorn der perſönliche Feind Eurer Mutter und zugleich das Haupt des leonbergiſchen Magiſtrats iſt. Er hat in ſeinem Hauſe, in der Vogtei, wohin er ſie ſelbſt hat rufen laſſen, die gröblichen Beleidigungen ge⸗ duldet, die der Barbier Kräutlein Eurer armen Mutter angethan; er, das Haupt der Stadt, wo die Unglückliche