Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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lichſtes Nicken und führte dann voraustretend den Will⸗ kommenen in das Zimmer, wo dieſer einſt Pflege und Gaſtfreundſchaft von Herrn und Diener in ſo reichem Maße genoſſen hatte

Hier ſaß in ſeiner gewöhnlichen Kleidung der ehr⸗ würdige Jude, eifrig mit dem Betrachten der Gebäude und Schlöſſer des Hradſchin beſchäftigt, die Sedler, der berühmte Künſtler, in Kupfer geſtochen, eine Kunſt, die damals noch ziemlich neu war.

Er ſtreckte, ſich freundlich von ſeinem Sitze erhebend, dem eintretenden Gaſte über den Marmortiſch, auf dem die Bilder lagen, die Hand entgegen.Seid mir gegrüßt, mein theurer junger Freund, ſagte er mit faſt zärtli⸗ chem Tone.Welcher gute Wind hat Euch aus den Zim · mern der gelehrten Herren und vornehmen Damen des Hradſchin in den Ghetto zu Eurem alten jüdiſchen Freunde und Diener geführt?

Es war allerdings nicht zu häufig, daß Kepler Zeit gefunden hatte, den alten, von ihm hochverehrten Mann zu beſuchen, und daher antwortete er ihm mit der Offen⸗ heit, die ihm in allen Dingen eigen war:Ich bedarf Eurer, werther Freund, denn mein Kind iſt krank, und ich weiß, daß Ihr die Wiſſenſchaft der Heilkunde mehr als jeder andere Mann in dieſem großen Prag verſteht. Aber wenn mich jetzt auch nicht die Freundesſehnſucht,