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ſondern meine Familiennoth zu Euch geführt, mein wacke⸗ rer Freund, ſo fühle ich doch jetzt echte Herzensbefriedi⸗ gung, Euch zu ſehen, und wenn ich Euch bitte, kommt gleich, jetzt gleich mit mir in mein Haus, ſo wünſche ich dies nicht blos um meines Kindes, um meines harrenden Weibes, ſondern auch recht ſehr um der hohen Freude willen, dieſen weiten Weg mit Euch zu machen und mit Euch über all die mancherlei Dinge zu ſprechen, die mein Herz erfüllen und in denen ich gern Eure Anſichten und Gedanken erfahren möchte.“
„Ich komme mit Euch, werther Magiſter, und hoffe, daß es mir gelingen ſoll, Eurem Kindlein Hülfe, min⸗ deſtens Erleichterung zu bringen“, ſagte der wackere Jude, und nach kaum einer Viertelſtunde befanden ſich die bei— den Männer, deren gegenſeitige Freundſchaft durch die Verſchiedenheit der Jahre und des Glaubensbekenntniſſes nicht beſchränkt und verringert wurde, nebeneinander auf dem Wege nach Kepler's Wohnung.
„Gott hat Euch hoch begnadigt, mein edler jun—⸗ ger Freund, daß er Euch einen Blick in die heiligen Geheimniſſe ſeines Weltbaus hat thun laſſen“, begann der Jude die Unterredung beim Gehen.
„Ihr ſagt die Wahrheit, es iſt eine Gnade des höchſten Weltſchöpfers“, entgegnete der Mathematiker.
„Aber Eure reine und ſtrebende Seele iſt derſelben


