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Seele liegt, die Hoffnung, euch aufzuraffen von dem Verderben der ſchwachen, ſündigen Menſchennatur? Schwach, ja wohl ſchwach und thöricht, und am ſchwäch⸗ ſten und thörichtſten dann, wenn man ſich am ſicher⸗ ſten dünkt. War nicht der tiefe, glühende Herzenszug, der mich faſt ohne Widerſtreben zu einem Weibe zog, das ich aller großen Gedanken meines Männergeiſtes, aller weichen Gefühle meines Menſchenherzens für ſo würdig hielt, etwas anderes als das Hingeben an ein Gefühl, das den Menſchen ganz und gar an die Erde feſſelt? Fort damit, fort für immer. Meine irdiſchen Pflichten gebieten mir das treue Ausharren an der Seite meines einfachen Weibes, ſogar das liebevolle Aufgeben meiner höchſten Strebungen auf den Pfaden der Biſeenſchaft, wenn es ihr Glück und das Glück unſerer Kinder, ihren Fortſchritt auf dem Wege zu Gott gilt. Und ich konnte mich ſelbſt ſo mißverſtehen, mir das begehrende Anſchauen eines Weibes zu geſtatten, weil ich glaubte, daß nicht nur ihre Schönheit, ſondern vor allem auch ihre edle Theil⸗ nahme an meinen wiſſenſchaftlichen Strebungen mich zu ihr zog! O der Thorheit, der knabenhaften Thorheit, der Sünde, der ſchweren Sünde; denn erklärt nicht Martin Luther, daß ein Jeglicher ſein Gemahl lieben und ehren und züchtig leben ſoll in Gedanken, Worten und Werken? Glücklicher als mein armer verlorener Vater, ſehe ich 12*


