Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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kleine bürgerliche Wohnung von dem glänzenden Roſen⸗ berg'ſchen Palaſt ſchieden, in welchem er ſo viele Stun⸗ den eines träumeriſchen Glücks genoſſen, gedachte er faſt unaufhörlich ſeines armen verſchollenen Vaters, deſ⸗ ſen Schuld gegen ſeine arme Mutter ihm ſtets ſo groß, ſo unſühnbar erſchienen war.

Was hatte Heinrich Kepler denn mehr gethan, als die begehrlichen Männeraugen zu einem ſchönen Weibe erhoben, als er lange ſchon einem andern eheliche Treue und Liebe, Treue in Noth und Tod, Treue in geſunden und kranken Tagen, Treue in Glück und Leid geſchwo⸗ ren hatte?

Die Straßen des nächtlichen Prag waren noch ſtill und friedlich; einzelne Wächter, zu den Aufgeboten ge⸗ hörig, die Polixena's Schwager, der proteſtantiſche Herr von Roſenberg, gegen das Andrängen des paſſauer Kriegsvolks geworben hatte, durchſchritten ſie lautlos, und manches Haupt, deſſen Sturmhaube ein bekanntes Geſicht deckte, neigte ſich grüßend vor dem ſtillen Ge⸗ lehrten, den man in Prag als aufrichtigen Proteſtanten und dennoch redlichen Diener des ſchwachen und bei kei⸗ ner Partei ſeiner Unterthanen geehrten oder geliebten Kaiſers kannte.

Kepler's Wohnung war dem Kaiſerpalaſt nicht all zu fern, auch nicht ſehr weit von dem ſtolzen Hauſe, das