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gegenſtand eines Kreiſes vornehmer Damen zu machen wünſchte, ſank ſie plötzlich vor ſeiner Seele herab von dem erhabenen Standpunkte, auf den er ſelbſt ſie geho⸗ ben. Sie war nicht mehr die großdenkende Freundin, geſchaffen und befähigt, mit ihm die unendlichen Hallen des Weltalls zu betrachten und ſtaunend und ſelig anzu⸗ beten. Sie war ein Weib, ſchön und gut, vielleicht ſo⸗ gar ihm wahrhaft ergeben, aber eben dieſe Ergebenheit konnte für ihn und ſie ſelbſt eine Verſuchung zu niedri⸗ ger Treuloſigkeit, ein Irrweg zu ehrloſem Pflichtvergeſſen werden. Jetzt erſt verſtand Kepler ſeine mütterliche Freun⸗ din Apollonia vollkommen, und ſein Herz dankte ihr mit tiefer Rührung, daß ſie ihm die Demüthigung erſparte, ein Gefühl vor menſchlichen Ohren auszuſprechen, das unerlaubt und unrein ward eben ſchon durch das bloße Wort.
Der Gelehrte verließ die Säle der Frau, die ſein Männerherz noch vor Stunden wie eine Gottheit anbe⸗ tete, mit der feſten Ueberzeugung, daß es ihm ſchädlich ſei, ihre Nähe allzuſehr zu ſuchen, daß vielmehr die Pflicht gegen ſein Weib von ihm fordere, die ſtolze Dame, die eine Kaiſerin hätte ſein können, zu meiden, weil man kein fremdes Weib anblicken ſoll mit dem Gefühle des Begehrens.
Durch die ſchmuzigen Straßen ſchreitend, die ſeine
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