Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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und Keplers iſt ſo weit entfernt, daß Ihr wohlthä⸗ tet, ſie nicht ſo unbeſcheiden geltend zu machen, bis wir Euch etwa dazu ermunterten. Komm, Ludwig, Deine Mutter wird Dir ein wenig Eſſen geben nach Deinem weiten Spaziergange.“

Kepler's Geſicht hatte ſich bei dieſen Worten ſeines Weibes mit einer brennenden Schamröthe bedeckt, und einer ununterdrückbaren Wallung des Zornes nachgebend, trat er der hochmüthigen Barbara mit einem Schritt entgegen, der ſeine eigene ſtattliche Perſon zwiſchen die beiden Frauen ſtellte. 8

„Du weißt nicht, was Du ſprichſt, Barbara“, ſagte er heftig,„und wie Du nicht fähig biſt, den großen und edlen Charakter der Frau zu würdigen, die mir in Wahrheit Mutter geweſen iſt, ſo weißt Du auch die Liebe und Ehrfurcht nicht zu erkennen, die mich an ſie, meine Erzieherin, an ſie, meine älteſte und treueſte Freundin, knüpft. Kommt, Muhme Loni, meine theure Wohlthäterin, meine geliebte Mutter, kommt und er⸗ zählt mir, auf welche Weiſe Ihr die ſehr edle Polixena für meine Anſtellung an Tycho's Platz zu intereſſiren und mir alſo geneigt zu machen gewußt habt, daß ſie ſich beim Kaiſer für mich verwendete.“

Apollonia, durch deren zarte und durch namenloſe Leiden geſchwächte Glieder noch immer ein leiſes Zit⸗