Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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Im Beſitze dieſer Schätze hoffe ich etwas zu leiſten, das den Namen Ew. glorreichen Majeſtät auf die Nachwelt bringen und den Weg zur Wahrheit und ſichtbaren Er⸗ kenntniß der Größe des Allmächtigen ſpätern Zeiten ebnen und ſichern ſoll.“

„Nun fürwahr, Ihr ſeid nicht juſt ängſtlich beſcheiden in Euren Anſichten über Euch ſelbſt“, ſagte der Kaiſer mit einem gnädigen Lächeln.„Da wir aber einmal von allen Euern Hoffnungen und Ausſichten ſprechen, ſo ſagt mir gleich, welchen Gehalt verlangt Ihr für Eure Lei⸗ ſtungen? Denn daß Ihr das beanſpruchen werdet, was ich dem großen Tycho zahlte, kann wohl nicht möglich ſein.“

„Herr“, entgegnete der Mathematiker, dem das heiße Blut bei dieſen Worten des Kaiſers hauptſächlich darum ins Geſicht ſchoß, weil ſie ihm in Gegenwart Polixena's geſagt wurden, vor der er ſchwach genug war, ſich ſei⸗ ner Armuth zu ſchämen,„mein kaiſerlicher Herr und Gebieter! Ich verlange von Ew. Majeſtät nicht mehr, als ich zur anſtändigen Unterhaltung meiner Familie nothwendig gebrauche. Wenn Ihr die Gnade habt, mir fünfzehnhundert Gulden Gehalt auszuſetzen, ſo hoffe ich, daß ich, aller drückenden Sorgen für Herbeiſchaffung des täglichen Brodes entledigt, mich mit fröhlichem Herzen im Dienſte Ew. Majeſtät der Wahrheit und Wiſſen⸗ ſchaft werde hingeben können.“

Burow Johannes Kepler. Zweite Abtheilung. I. 2