Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

mit Gottes Hülfe zum allein wahren Glauben zurückkehren werdet, und ſind geneigt, auf Vorbitten dieſer Dame Euch die Stelle unſeres Hofmathematikers und Aſtronomen, die vor Euch der Ritter von Brahe eingenommen, von dieſem Augenblick an zu verleihen.

Ein ſichtbares Zittern flog bei dieſen Worten des Kaiſers durch die edle Geſtalt des Gelehrten; wieder be⸗ deckten ſich ſeine Wangen mit Flammenröthe und ein paar große Thränen drängten ſich in ſeine Augen, als in dieſem Augenblick Ludwig, ſein Knäbchen, das, auf Polixena's Wunſch, die Großmutter Apollonia bei dieſem Gange nach dem Antikenſaale begleitet und bis dahin ſchweigend an der Hand derſelben von dem großen Porzellanofen vor des Kaiſers und des Vaters Blicken verſteckt geſtanden hatte, jubelnd auf ihn zuſtürzte und, mit lauter Freude ſeine Hand faſſend, zu ihm ſagte:O Vaterle, jetzt ſind wir glücklich, ganz glücklich. Nun kann die Mutter nicht mehr ſagen, daß wir zu arm ſind, um alle Tage Fleiſch zu eſſen, und daß wir keine Kleider mit ſeidenen Puf⸗ fen tragen könnten, wie die Kinder des Herrn von Brahe.

Des Kaiſers Augen richteten ſich mit einem ſelt⸗ ſamen Ausdruck auf die Gruppe, die Kepler mit ſeinem ſchwatzenden Kinde bildete.

Ihr habt den Knaben wohl ſehr lieb und fragt