12
nach ihr hin, die ſchön, vielleicht ſchöner noch als das Venusbild an ihrer Seite, für beide ein Gefühl tief⸗ ſter, ehrerbietigſter Theilnahme in ihrem reinen und edlen Frauenherzen trug.
„Magiſter Kepler“, begann Rudolf nach einem mo⸗ mentanen Schweigen und nachdem er die ehrfurchtsvolle Verbeugung des Mathematikers durch eine gnädige Hand⸗ bewegung erwidert hatte,„hier Eure huldvolle Gönne⸗ rin, die hochgeborene Frau Obriſtburggräfin von Roſen⸗ berg, hat mir geſagt, daß Ihr den Wunſch und den Muth habt, an den Platz des leider zu früh geſtorbe⸗ nen großen, wirklich erhabenen Gelehrten, des däniſchen Edelmanns und Ritters Herrn Tycho von Brahe in unſern Dienſt treten zu wollen. Wir ſelbſt wiſſen es ſowohl durch den Mund des edlen Tycho, der Euch je⸗ der Zeit volle Gerechtigkeit widerfahren ließ, als auch durch unſern wackern jüdiſchen Arzt Rabbi Azael Löw, den Herr von Brahe ungeachtet ſeiner ſchlechten, ver⸗ werflichen Abſtammung und Religion mit ſeiner Freund⸗ ſchaft beehrte, daß Eure Gelehrſamkeit Euch zu einer ſolchen ausgezeichneten Stellung wohl befähigt. Auch wol⸗ len wir es nicht in Anſchlag bringen, daß Ihr, wie leider viele ſonſt erleuchtete Männer unſerer ſchlim⸗ men Zeit, ein Ketzer ſeid; wir hoffen, daß das Gute in Euch zum Durchbruche kommen und Ihr zur rechten Zeit
große Augen Wun nach an d vor d hatte, ſeine wir mehr du eſ fen Vrah
ſame ſchwa


