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welchem Kaiſer Rudolf, auf einem Polſterſtuhle ſitzend, ſeine Augen von Zeit zu Zeit abwechſelnd bald auf die neue herrliche Statue, bald auf die nicht weit von der⸗ ſelben in einem Fenſterbogen ruhende ſchöne Geberin derſelben richtete.
Vielleicht konnte man in allen Reichen, die der kai⸗ ſerliche Rudolf beherrſchte, nicht zwei Menſchen auffinden, die einen ſchlagendern Contraſt zu einander bildeten als die beiden, die ſich in dieſem Momente Aug in Auge gegenüberſtanden; aber es war nicht die ſalopp im Lehn⸗ ſtuhle ruhende Geſtalt des Kaiſers, die jenen Ausdruck von Hoheit und Würde an ſich zeigte, welche Dichter und Maler den Großen der Erde zuzuſchreiben pflegen.
Kaiſer Rudolf war dem Maße nach wirklich ein großer Mann, von breitem Schulterbau, ſtarken Geſichts⸗ zügen und wohl ausgebildeten Gliedern, während Jo— hannes Kepler wenig über Mittelgröße und von ſchlan⸗ kem, faſt weiblich feinem Gliederbau erſchien. Aber aus den dunklen Augen des jungen Aſtronomen ſtrahlte ein Glanz, der zu verkünden ſchien, daß dieſelben bis in die Tiefen der Himmel blicken und Gottes Herrlichkeit in ſeinen Werken erſchauen konnten.
Beide Männer beugten ihre Herzen vor der Frau, in deren Geſellſchaft ſie ſich in dieſem Momente befan⸗ den, und wendeten ihre Blicke, faſt ohne es zu wollen,


