—õ——
4
zum glücklichſten Manne der Chriſtenheit machten, wenn ich nicht einem Geſchlecht, vatermörderiſch wie das des Oedipus, das Leben geben wollte. Alſo ſteht es geſchrie⸗ ben in den ewigen Sternen, deren goldene Lettern Nie⸗ mand beſſer zu entziffern verſtand als er, der ihnen jetzt wohl näher ſein mag als wir, die wir vielleicht noch lange auf Erden und im Gewühle irdiſcher Leidenſchaften weilen müſſen.“
„Erhabener Herr“, entgegnete der Kammerdiener mit heuchleriſcher Theilnahme,„laßt Euch nicht beirren durch die Worte eines Mannes, deſſen Mund jetzt für ewig verſtummt iſt und deſſen Hand, wer weiß es, viel⸗ leicht auch gefüllt ward durch das Gold Eures Bruders, der ſicherlich das meiſte Intereſſe daran hat, Euch ohne legitime Leibeserben ſterben zu ſehen. Wißt Ihr es nicht, daß Herrn von Brahe's Tochter vermählt wurde mit einem Verwandten des Cardinals Khleſl, der der klügſte Rathgeber des Prinzen Matthias iſt? Fragt Doctor Dee, den weiſen Engländer, ob dem nicht alſo ſei.“
„Beſchmuze nicht das Andenken eines Mannes, der weit erhaben war über jeden Verdacht, mit dem Du und Deinesgleichen noch ſeine Leiche kränken möchten. Ich wäre nicht werth, die Weiſſagungen des unſterblichen Tycho aus ſeinem Munde empfangen zu haben, wollte


