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weniger probehaltig, als die Muſik; er iſt oft kindiſch und es kommen darin manche ganz närriſche Ausdrücke und Bilder vor, mitunter aber auch Ausdrücke und Wendungen, die höchſt poetiſch ſind, ſowie kühne und glückliche Uebergänge in den Situationen, wie wir ſie in den älteſten Anfängen unſerer nordiſchen Völker finden.
Gewöhnlich ſind dieſe Negergeſänge Balladen oder richtiger Romanzen, die Schilderungen von den Liebes⸗ verhältniſſen des Volkes und den Lebensſchickſalen Ein⸗ zelner enthalten. Man merkt keine Phantaſie, keinen dunkeln, ſagenreichen Hintergrund, wie in unſern Lie⸗ dern; dagegen aber viel Gefühl und eine naive, oft humoriſtiſche Auffaſſung des Angenblicks und ſeiner Verhältniſſe. Dieſe Geſänge ſind unterwegs, auf den Wanderungen der Sklaven entſtanden; auf den Flüſſen, während ſie ihre Kähne ruderten, oder ihre Baumflot⸗ ten den Strom hinauf führten, und beſonders bei den Kornerndten, welche für die Neger daſſelbe ſind, was für unſer Bauernvolk das Bierſieden, und wobei ſie aus dem Stegreif alles ſingen, was in ihren Herzen und Sinnen am höchſten oben iſt. Ja, alle dieſe Ge⸗ ſänge ſind eigentlich Improviſationen, die im Sinn und Gehör des Volkes Wurzel gefaßt haben und immer wieder geſungen worden ſind, bis weiſe Männer mit Muſikkenntniſſen ſie aufgefaßt und aufgezeichnet haben. Und dieſe Improviſation geht noch jetzt alle Tage fort. Man merkt den Geſängen leicht an, wie ſie entſtanden ſind. Sie ſind Kinder der Natur und der Zufälle; Ergießungen der Freuden und Kümmerniſſe eines kind⸗ lichen Geſchlechts. Der Reim kommt, wie er kann; zuweilen vlump, zuweilen gar nicht, zuweilen höchſt friſch und vollkommen; der Rhytmus iſt vortrefflich und die Schilderungen haben lokale Farbe und Be⸗ ſtimmtheit. Alabama, Loniſiana, Tenneſſee, Carolina, Altvirginien, alle die melodiſchen Namen der ſüdlichen Stagten, Namen von Städten, Flüſſen und Orten, wo


