ich erhielt keine Gelegenheit, die Probe anzuſtellen,
denn wir waren niemals allein.
Die Sclavendörfer in Georgien ſehen ebenſo aus wie die in Carolina; die Stellung der Sclaven auf den Plautagen ſchien mir auch dieſelbe zu ſein. Der gute und der böſe Herr, darin beſteht der einzige Uuter⸗ ſchied; dieſer iſt aber in ſolchen Verhältniſſen uner⸗ meßlich.„Hier wohnt ein Plantagenbeſitzer, der durch Grauſamkeit gegen ſeine Leute bekannt iſt,“ wurde mir einmal geſagt, als ich an einem ſchönen, von laubigen Gebüſchen und Bäumen beinah verdeckten Landhaus vorbeifuhr. Dieß weiß man und man geht hier mit einem ſolchen Mann nicht gern um. Aber das iſt Alles. Der Engel der Gerechtigkeit und der Engel der Liebe wagen ſich nicht in dieſe myſtiſchen Haine, wo Men⸗ ſchen geopfert werden. Welch ein Heidenthum mitten im Chriſtenthum! Aber dieß rächt ſich auch an der weißen Race und man ſieht es an vielen Dingen.
Eines Tags beſuchte ich im Wald arme Leute von den ſogenannten„Erdeſſern“; dieß iſt eine Art armſeli⸗ ges weißes Volk, das ſich ſowohl in Carolina als in Georgien in Menge vorfindet, in den Wäldern ohne Kirchen und Schulen, ohne Heerd und zuweilen ohne Haus lebt, dennoch aber ſelbſtſtändig und ſtolz in ſeiner Weiſe iſt und durch eine kränkliche Begierde getrieben wird eine Art fetter Erde zu eſſen, die ſich hier vor⸗ findet, bis dieſer Geſchmack eine ebenſo große Leiden⸗ ſchaft wird, als die Liebe zu ſtarken Getränken, obſchon er allmälig ſein Opfer verzehrt, deſſen Haut ergrauen macht, ſo daß ſein Körper ſich bald mit der Erde ver⸗ miſcht, wovon er ſich genährt hat.„Thon⸗Eſſer“ (Clay-eaters) nennt man dieſe erdeeſſenden, außer dem Geſetz ſtehenden Menſchen. Man weiß nicht woher ſie gekommen ſind und weiß auch kaum wie ſie fortleben, aber ſie ſowohl, wie das ſogenannte„Sandhügelvolk“, arme weiße Leute, die in den magern, ſandigen Gegen⸗


