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ihrer Arbeit zu empfangen. Wie ſchön ſie mir in dieſer Thätigkeit erſchienen, beſonders ein älterer Mann und ein älteres Frauenzimmer! Wie gut und liebenswürdig ich ſie fand! Wie glücklich fühlte ich mich, ſie kennen zu lernen! Einer dieſer Menſchenfreunde hatte einem Regerweib ein kleines Kapital vorgeſtreckt, womit ſie auf eigene Fauſt eine Arbeit unternommen hatte, von deren Frtrag ſie nicht blos monatlich ihrem Beſitzer den Zins der Summe bezahlte, wofür er ſie gekauft, ſon⸗ dern ſich zugleich die Mittel verſchaffte, vier von ihren Kindern aus der Sklaverei loszukaufen; das fünfte befand ſich noch darin, aber auch dieſes ſollte durch den Geldbeitrag eines wohlwollenden Mannes bald befreit werden. Aber was denkſt Du von dieſer Sklavin, die nichts darnach fragt, ſelbſt in der Sklaverei zu bleiben, wenn ſie nur ihre Kinder loskaufen kann? Eine ſolche Mutter wäre in den Zeiten Athens und Spartas als eine Ehre für die Menſchheit geprieſen worden. Aber dieſe Mutter bleibt eine unbekannte Sklavin. Es iſt wahr, daß ſie ſich in ihrer Stellung wohl befindet und eine Freiheit nicht wünſcht, die ſie bei ihrem Alter nicht gewinnen könnte, ohne ein ſorgenfreies Leben gegen ein mühſameres, wenigſtens in Liberien zu vertauſchen. „Wenn ich alt werde, ſo daß ich nicht mehr arbeiten kann,“ ſagt ſie,„ſo muß mein Herr für mich ſorgen.“ Und ſo denken viele alte Sclaven und bekümmern ſich nichts um eine Freibeit, bei der ſie ſelbſt für ſich ſor⸗ gen müßten Und das iſt gut, wenn die Herrſchaft gut iſt und nicht vor den olten Sklaven ſtirbt. In letzte⸗ rem Fall iſt ihr Schickſal höchſt ungewiß und wird manchmal unter fremden Herrn weit ſchlimmer, als das Loos von Hausthieren.
Bei meinen Beſuchen auf etlichen Pflanzungen ſah ich ganz dentlich, daß die Frauen mich mit argwöhniſchen Blicken anſchauten. Eine dieſer Frauen gewann ich nichts deſtoweniger lieb. Sie ſchien mir eine friſche, ſchöne


