Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
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Henry Longfellow. Das Gedicht gehört in Bezug auf Geſchichte und Raturſcenen Nordamerika an. Es hat viel dramatiſches Intereſſe und Leben. Nur der Schluß erſcheint mir melodramatiſch und etwas geſucht. Der Anfang, eine Schilderung der Urwälder der neuen Welt, der hohen Bäume, die gleich den alten Druiden daſtehen mit langen herabhängenden Bärten und Harfen, die im Winde klingen und klagen, iſt herrlich und ein Anſchlag des friſchen Molltones, der ſich durch das ganze Lied von Acadias friedlichem, verjagtem Volke hinzieht, eine ſchöne, aber wehmüthige Romanze, die

ganz und gar auf geſchichtlichem Grunde ruht. Ich erhielt das Büchlein bei meiner Abreiſe aus England von Herrn Howitt, und ihm habe ich alſo dieſen erſten Probebiſſen von amerikaniſcher Literatur zu verdanken, worin ich einen Hauch vom Leben der neuen Welt zu verſpüren meinte.

Wie angenehm ein wenig leſen, ſchweigen und auch ein wenig deuken zu können! Man erweist mir hier alle mögliche Artigkeit, eine Perſon um die andere komint und ſagt ein Wörtchen zu mir. Ich antworte höflich, ſetze aber das Geſpräch nicht fort. Ich fühle feine Luſt dazu. Unter den etlichen und fünfzig Her⸗ ren, die als Paſſagiere mitfahren, iſt nur ein einziger, ein ſchöner alter Herr, deſſen Geſicht etwas höberes Intereſſe verſpricht. Und die zwölf bis dreizehn Frau⸗ enzimmer haben auch nichts ſonderlich Verheißungsrei⸗ ches oder Anziehendes, obſchon einige recht hübſch und artig ſind. Ich bin nicht viel allein. Ich habe eine angenehme Kajüte für mich allein. Bei Tag kann ich vermittelſt des Lichtes, das von dem Kriſtallfenſter im Plafond hereinfällt, da leſen. Abends und bei Nacht wird ſie von einer Lampe durch ein mattgeſchliffenes Fenſter in einer Ecke des Salons beleuchtet. Man ißt und trinkt hier den ganzen Tag, wie man will; ein Tiſch wird um den andern gedeckt; eine Mahlzeit löst