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Nordamerika zuerſt Bevölkerung, Geſetz und Charakter gegeben. Die alte Welt in England mußte alſo mein Stützpunkt für die Beurtheilung der neuen werden. Deßhalb reiste ich zuerſt nach England, und nach Eng⸗ land werde ich, will's Gott, nach vollbrachter Pilger⸗ fahrt auf der andern Seite des Meeres zurückkehren, um einen beſtimmteren Eindruck, einen abſchließenden Begriff davon zu gewinnen, ehe ich nach Hauſe komme. Wir werden die Runen zuſammen deuten im Heimath⸗ land der Runen. Jetzt weiß ich doch, wie London ausſieht, und werde mich von New⸗York nicht ver— blüffen laſſen.
Der heutige Sonntag iſt für mich juſt ein Feſttag geweſen. Wir haben Gottesdienſt an Bord gehabt, und er war gut und ſchön. Alle Paſſagiere, etliche und ſechzig an der Zahl, ſammt der Schiffsmannſchaft in ihrem Sonntagsſtaat, waren im großen Salon im obern Verdeck verſammelt. Der Kapitän, ein munterer, hübſcher, noch junger Kriegsmann, verlas ſelbſt Pre⸗ digt und Gebete, und zwar ausnehmend gut. Die ganze Verſammlung ſtimmte in die Gebete und Ant⸗ worten ein, wie dies in der engliſchen Epiſkopalkirche der Brauch iſt. Die Sonne beleuchtete die bunte Ge⸗ ſellſchaft aus vieler Herren Ländern, die ſich hier auf den Wogen ſchankelte. So allein, ſo ohne Landsleute, Verwandte und Freunde in dieſer Verſammlung zu ſein und mich dennoch mit Allen ſo innig in demſelben Leben und demſelben Gebet— Vater unſer— ver⸗ einigt zu fühlen, das ergriff mich ſo, daß ich weinte (mein gewöhnlicher Ausweg, wie Du weißt, in Freud und in Leid). Der Kapitän glaubte wobl, ich bedürfe einer Aufmunterung, und kam nach der Predigt freund⸗ lich zu mir. Aber es verhielt ſich nicht ſo. Ich war glücklich. Hernach ſpazierte ich auf dem Verdeck um⸗ her und las ein Gedicht, betitelt„Evangeline, eine Erzählung aus Acadia“ von dem amerikaniſchen Dichter
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