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Gefühls ſind trotz all ihrer Mängel reinere Ausdrücke der Wahrheit, die meine Freunde von mir wünſchen, und die ich ſelbſt auszuſprechen wünſche, als irgend Etwas, was ich mit ruhiger Beſinnung und kalter Hand ſchreiben könnte. Und ich beſchloß, die Briefe ſo herauszugeben, wie der Eindruck des Angenblicks ſie eingegeben hatte. Beim Abſchreiben habe ich blos einige Ausmerzungen und einige Zuſätze vorgenommen. Die Zuſätze betreffen hauptſächlich hiſtoriſche und ſta⸗ tiſtiſche Thatſachen, die ich in meinen Briefen oder in meinen Aufzeichnungen flüchtig berührt finde und jetzt weiter ausführte. Die Auslaſſungen betreffen eigene oder fremde Angelegenheiten, von denen ich dachte, ſie ſeien allzu privatlicher oder delikater Natur, als daß ſie vor das Publikum kommen dürften. Ich habe mich in meinen Mittheilungen aus dem Privatleben inner⸗ halb der vom Edelſinn und Zartgefühl feſtgeſetzten Grenze zu halten geſucht, nämlich aus vertraulichen Mittheilungen genannter Perſonen nichts anzuführen, was dieſe Perſonen nicht ſeibſt veröffentlicht wiſſen möchten. Ich fühle hierin tief die Heiligkeit der For⸗ derungen des Zartgefühls, und Nichts würde mich mehr ſchmerzen, als wenn ich aus Unbedachtſamkeit gegen ihre Gebote geſündigt haben ſollte.
Einige meiner Freunde werden jedoch, fürchte ich, ihr Feingefühl durch ein Lob verletzt finden, das ich nicht immer zurückhalten konnte. Mögen ſie mir um meiner Liebe willen verzeihen!
Mit keiner gewöhnlichen Liebe habe ich in enrem Land und an eurem Herde gelebt; auf keine gewöhn⸗ liche Art habt ihr mich allda empfangen. Wenn der Becher zuweilen übervoll wurde und überlief, ſo iſt das weniger meine als eure Schuld. Ueberdies ertönen Thaten der Selbſtſucht und des Haſſes tagtäglich in unſern Ohren, nebſt den Namen derjenigen, die ſie verrichten. Vergönnet daher einigen andern Namen,


