Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
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ders geſchrieben worden, weniger unmittelbar und kunſt⸗ los, mehr aufgeputzt und im Geſellſchaftskleide; ob dar⸗ um auch beſſer, weiß ich nicht. Ich war in Amerika zu ſehr bedacht zu leben, als daß ich hätte daran den⸗ kten können, über das Leben zu ſchreiben. Das Leben war übermächtig.

Der Gedanke, Briefe über Amerika zu ſchreiben, entſtand erſt ſpät, nämlich als ich nahe daran war, das große Weſtland zu verlaſſen, und das Gefühl im⸗ mer mächtiger in mir wurde, daß das⸗ was ich auf meinen zweijährigen Reiſen, bei meinem zweijährigen Aufenthalt allda geſehen und erfahren, nicht mein Privateigenthum ſei, ſondern daß ich damit zugleich einen Auftrag zu erfüllen bekommen habe. Daß die große neue Welt mir manchen Denkſtoff, Stoff für ſpäteres Handeln, vielleicht auch für Bücher geben würde, darüber hatte ich zwar meine Ahnungen gehabt; aber welche Handlungen⸗ welche Bücher, darüber beſaß ich keine Klarheit. Ich geſtehe euch, daß ich in Ameriks mit dem Gedanken umging, ganz Amerika in einen Roman zu verwandeln, und euch, meine Freunde, in Helden und Heldinnen deſſelben; aber dieß ſo fein, daß Niemand von euch weder Amerika noch ſich ſelbſt zu erkennen vermocht hätte.

Aber die Scenen der Wirklichkeit in eurem großen Lande wollen ſich nicht in einen Roman einrahmen laſſen. Der Roman zerfloß wie ein Regenbogen in den Wolken, und die Wirklichkeit trat immer ſtärker hervor in all'ihrer Größe und Kleine, Lieblichkeit und Bitter⸗ keit, Schönheit und Häßlichkeit, mit einem Wort in ihrer ganzen Wahrheit. Und ich fühlte, daß meine beſte Arbeit blos ein getreues Bild dieſer Wahrheit ſein konnte. Wie es ausgeführt werden ſollte, wußte ich

noch keineswegs klar, als ich Amerika verließ.

Sie werden alles das verſtehen und einſehen ler⸗ nen, wenn Sie daheim ſind! ſagte manchmal der

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