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dennoch denkt und ſchreibt er jetzt(er geſteht es ſelbſt) freier und kraftvoller, als je. Ich nehme mich aber auch ſehr in Acht, ihn nicht zu ſtören oder zu beläſtigen, wenn er auf ſeinem Arbeitszimmer iſt, ſchreibt und liest. O!.. wenn ich ihn einen Augenblick gerne ſehen will, (er iſt doch ſchön, Beate!) ſo ſchleiche ich mich leiſe hinein, ſpiele ihm einen kleinen Streich, lege eine Blume auf ſein Buch oder küſſe ſeine Stirne, oder thue ſonſt Etwas der Art; dann gehe ich ganz ſtill wieder hinaus, und wenn ich mich umwende, um die Thüre zuzumachen, bekomme ich jedesmal einen Schimmer ſeines Auges zu ſehen, das mir gleichſam verſtohlen folgt.
Im Uebrigen arbeite ich darauf los, mich zu einer wahrhaft achtungswürdigen Paſtorin heranzubilden. Ich will, daß man L's Frau ein Muſter der Hausfrauen in der Gemeinde nennen ſoll. Glaube nicht, daß ich bei All' dem meinen kleinen äußeren Menſchen vergeſſe oder vernachläßige; o nein! Ich frage recht oft den Spiegel um Rath, aber weißt Du, welchen Spiegel ich am Lieb⸗ ſten frage? den, den ich in L's Augen ſehe, es iſt ſo angenehm, ſich im Schönen zu ſehen.
O Beate! wie veredelnd wirkt doch die Verbindung mit einem Manne, den man hochachtet und ſchätzt, zu⸗ mal, wenn er dabei ſo gut iſt! Als Arvids Frau, wel⸗ ches Nichts wäre ich da geworden, welches Nichtleben hätte ich da geführt? Jetzt fühle ich mit inniger Freude, daß ich mit jedem Tage höher in meiner eigenen und in meines Mannes Achtung ſteige. Es iſt ein glückſeliges Gefühl, zu ſteigen.
Weißt Du auch, daß Arvid verheirathet iſt— ſchon ſeit mehr als drei Monaten? Seine Frau, Eleonore D., ſieht etwas gar zu nüchtern und er ſieht, könnte man faſt ſagen, faſt zur Noth munter aus. Ich fürchte, ſeine gute Ruhe iſt ein wenig geſtört. Armer Arvid! In⸗ zwiſchen gibt das junge Paar glänzende Feſte und Ge⸗
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