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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Zeit nicht das kleinſte Erinnerungszeichen, keine Zeile, kein Wort von ihnen erhalten. Ein kindiſch ängſtliches Gefühl, vergeſſen zu ſein eigentlich doch Niemand recht anzugehören Leuten, die man hochachtet und liebt, doch ſo wenig, ſo gar Nichts zu ſein, bemächtigte ſich auf einen Augenblick meines Herzens. Ich mußte weinen und ſaß noch mit dem Tuche vor den Augen da, als die Pfarrerin, die mich vom Hof aus an dem Fenſter geſehen hatte, hereintrat. Sie fragte mich ernſt⸗

haft, wie Jemand, der Klarheit einer Sache haben will,

und ich bekannte ihr demüthig meine Schwachheit. Sie machte mir nachdrückliche Vorwürfe darüber, ermahnte und küßte mich mit mütterlicher Zärtlichkeit und bat mich, ſogleich zu Bette zu gehen und ihr zu Liebe meine ſeit län⸗ gerer Zeit abnehmende Geſundheit zu ſchonen.

Sie verließ mich aber ich gehorchte noch nicht, ſchlug Feuer, zündete mein Licht an und ſetzte mich nieder, um Moral für mich ſelbſt zu ſchreiben. Während deſſen hörte ich zwölf und halb ein Uhr ſchlagen. Da entſtand auf einmal ein Geräuſch im Hauſe und bald darauf lief Jemand die Treppe herauf, die zu meinem Zimmer führte. Meine Thüre ging leiſe auf und die Frau Pfarrerin Bobina Bult in Nachthaube und Pantoffeln mit ihrer Bettdecke über den Schultern ſtand mit freudefunkelnden Augen da und einem dicken Brief in der Hand den ſie mir überreichte.Von H's, von H's, flüſterte ſie. Ich hatte nicht im Sinn, länger auf den Stadtboten zu warten, aber als ich mich eben niederlegen wollte, hörte ich ihn kommen. Ich hatte eine Ahnung! Gute Nacht, gute Nacht! Bott ſchenke dir Freude! Und fort war Bobina Bult.

Und Freude ward mir zu Theil. Juliens Brief lautete, wie folgt:

Den 13. Aug. 1830. Eine kleine Pfarrerin iſt es, die an dich ſchreibt.