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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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des Dorfes, um einer auf ſie wartenden kranken und unglücklichen Mutter die freudige Nachricht zu bringen, daß ihr Kind vom Wege des Laſters zurückgekehrt ſei. Ich ſaß inzwiſchen auf meinem Zimmer. Vier kleine Mädchen mit roſenrothen Wangen lagen um mich herum und ſchliefen ruhig auf den ſchneeweißen Laken.

Die ruhige, ſchöne Auguſtnacht, die ſo warm war, daß ich mein Fenſter offen haben konnte, die Schweig⸗

ſamkeit und Ruhe um mich her, der leichte Athemzug

der ſchlafenden Kinder hatte etwas Liebliches und Frie⸗ dengebendes, was jene ſtillen, wehmüthigen Gefühle in mir erweckte, welche Ruhe über die Gegenwart verbreiten und uns oſt mit den Erinnerungen entflohener Jahre an⸗ fächeln. Der Mond, dieſer Freund meiner Kindheits⸗ und Jugendtage, ſtieg auf und blickte freundlich und bleich über die Birkenhaine in mein Zimmer herein. Sein Licht ſchlich ſich koſend über die geſchloſſenen Au⸗ genlieder der Kinder und ſchien ſodann ſtill auf ein Antlitz, das die Tage des Lebens erbleichen gemacht hatten auf eine Bruſt, deren Gefühle die Jahre nicht zu beſchwichtigen vermocht. O wie wunderbar ſchwebten auf den freundlichen Strahlen alle die ſo theuern, trau⸗ rigen und fröhlichen Erinnerungen meines vergangenen Lebens einher wie klar ſtiegen ſie nicht aus der Nacht hervor und drängten ſich ſo lebendig und warm um mein Herz! Alle die Perſonen, mit denen ich in Berührung gekommen und die mir theuer geworden waren oder eine Bedeutung für mich gewonnen hatten, ſchienen ſich auf's Neue um mich ſammeln und ihren Ein⸗ fluß durch Worte und Blicke üben zu wollen. Die Fa⸗ milie H., von der ich ſchon beinahe ein Jahr Abſchied genommen, kam mir in dieſem Augenblick ſo nahe, daß es mir war, als könnte ich mit ihren liebenswürdigen Mitgliedern ſprechen, ſie fragen, wie Alles in ihrem Hauſe ſtehe, ob ſie glücklich ſeien, ob ſie auch noch an mich denken? Ja ob? Denn ich hatte in langer

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