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laſſen. Das Kuhhorn ertönte. Die Bauernmädchen ſangen mit klaren, gellen Stimmen und mit dieſen Tönen vereinigte ſich das Bim bam der Kirchenglocken, die am Samſtag Abend der Woche gute Nacht zuſangen und den Tag der Ruhe verkündeten. Frau Bobina Bults Geſicht wurde heiter und feierlich. Jedermann grüßte ſie freundlich und ehrfurchtsvoll und freundlich dankte ſie Allen. Als wir an unſerer kleinen Schule anlangten, brach der Kinderſchwarm unter überlautem Freudenge⸗ ſchrei aus dem Hauſe und umarmte ſie voll Zärtlichkeit mit maaßloßem Entzücken. Liebkoſungen und Pfeſſer⸗ kuchen wurden an alle ausgetheilt.
Mancherlei Geſchäfte nahmen jetzt Frau Bobinas Zeit in Anſpruch. Die eine Magd hatte ein Gewebe herabgenommen, die andere ein neues aufgeſetzt; dieſe mußte die Pfarrerin beſehen.
Ein Knecht hatte ſich in den Fuß gehauen, den ſollte die Frau Pfarrerin verbinden; ein kleiner kranker Knabe in der Nachbarſchaft hatte keine Ruhe(ſo erzählte ſeine Mutter) bis er die Frau Pfarrerin geſehen hätte. Zwei ſonſt ſehr vertraute Gatten hatten ſich überworfen und geſchlagen— zwiſchen ihnen ſollte die Frau Pfar⸗ rerin richten u. ſ. w. u. ſ. w.
Zuerſt ſprach Frau Bobina mit allen ihren Schul⸗ kindern, betete mit ihnen allen, weinte mit einem Klei⸗ nen, das ſich den Tag über ein bedeutendes Verſehen hatte zu Schulden kommen laſſen und es jetzt tief be⸗ reute, ermahnte ein zweites, lobte ein drittes, küßte und ſegnete ſie Alle und ging ſodann an ihre Geſchäfte außer dem Hanſe. Als die Glocke eilf ſchlug hatte ſie die Wunde verbunden, die beiden Eheleute zuerſt tüchtig ausgeſcholten und dann verſöhnt, den kleinen Knaben getröſtet u. ſ w. Als ſie nach Hauſe kam, beſah ſie die Gewebe, gab ihre Anordnungen über die Haushal⸗ tungsgeſchäſte des morgenden Tages, aß ſchnell zwei Kartof⸗ feln mit etwas Salz und ging ſodann ans andere Ende


